HNO Straub Hockenheim
Erkältungen
Erwachsene über 30 Jahren erkranken ca. 2-3mal jährlich an Erkältungskrankheiten, jüngere Personen häufiger. Die klassische Erkältung ist eine Viruserkrankung. Ein gesundes Leben mit vitaminreicher Ernährung, viel Bewegung, Entspannung und genügend Schlaf stärkt das Immunsystem. Ferner können auch regelmäßige Saunabesuche für mehr als 3 Monate sich positiv auf die Infekthäufigkeit auswirken. Ähnliche Erfahrungen bestehen auch mit einer hochdosierten Einnahme von Vitamin C (300-400 mg/täglich).
Auch der purpurfarbene Sonnenhut (Echinacea purpurea) wirkt immunstimulierend. Empfindlich reagiert das Immunsystem auf unser seelisches Befinden. Übermäßiger Stress, Depressionen und Ängste vermindern die Abwehrleistung. Rauchen stört die Funktion der weißen Blutkörperchen und erhöht somit ebenfalls das Infektionsrisiko erheblich. Aus einem einfachen Infekt der oberen Atemwege können sich allerdings auch ernste Erkrankungen entwickeln; Sie sollten deshalb auch einen Schnupfen immer ausheilen und nicht lange verschleppen.

 

Allgemeine Maßnahmen und Tipps
  • Vermeiden Sie körperliche Anstrengungen.
  • Bei fieberhaften Infekten ist Bettruhe empfehlenswert.
  • Schränken Sie den Nikotin- und Alkoholgenuss ein.
  • Vermeiden Sie kalte Füße, diese können reflektorisch eine Minderdurchblutung der Atemwege bewirken.
  • Schneuzen Sie jeweils nur ein Nasenloch und pressen Sie hierbei nicht zu stark.
  • Versuchen Sie möglichst durch die Nase zu atmen, evtl. unter kurzzeitiger Zuhilfenahme abschwellender Nasentropfen. Die Atemluft kann hierdurch gereinigt, befeuchtet und erwärmt werden, was die tiefen Atemwege schützt.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Raumluftfeuchtigkeit (40-50%), z.B. durch Aufspannen feuchter Bettlaken.
  • Lüften Sie ihre Räume mehrmals täglich.
  • Schlafen Sie ausreichend.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2-3 Litern täglich.
  • Die Einnahme von Vitamin C (300-400 mg täglich) ist bei Infekten aufgrund eines erhöhten Verbrauchs empfehlenswert.
  • Das Immunsystem kann zudem durch die Einnahme des Spurelementes Zink (15-25mg täglich) in seiner Arbeit unterstützt werden.

 

Wichtige Anmerkung:
Durch die nachfolgenden Maßnahmen können Sie den Heilungsverlauf der meist viralen Atemwegsentzündungen positiv beeinflussen. Eine oder maximal zwei der jeweils bei den einzelnen Erkrankungen aufgeführten ergänzenden Empfehlungen, Anwendungen oder Rezepturen sollte regelmäßig durchgeführt oder eingenommen ausreichend sein, um das Übel in den Griff zu bekommen. Sollte sich nach einigen Tagen allerdings keine Besserung der Beschwerden einstellen oder sich ihr Gesundheitszustand sogar verschlechtern, ist es unbedingt erforderlich, ärztlichen Rat einzuholen.

 

Maßnahmen bei Halsschmerzen
  • Das Lutschen von Halsbonbons [z.B. Malz oder Kräuterbonbons] stimuliert den Speichelfluss und kann so Rachen- und Schluckbeschwerden mildern.
  • Regelmäßiges Gurgeln mit lauwarmer Solelösung [1 TL Kochsalz auf ca. 300ml Wasser] entspricht in der Wirkung den meisten Gurgelmitteln. Alternativ kann die Solelösung auch inhaliert werden.
  • Ähnlich wirken Rachenspülungen mit Salbei: 1 TL Salbeiblätter auf 1 Tasse heiß aufbrühen und 10 Min. ziehen lassen. Ca. alle 3 Stunden kann mit dem warmen Aufguss gespült oder gegurgelt werden.
  • Ein wirksames, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftiges Erkältungsmittel, ist eine Mischung aus Zwiebelsaft mit Honig.
    So wird’s gemacht: 2-3 Zwiebeln in Scheiben schneiden, mit 2 EL Hönig vermischen und 12 Stunden ziehen lassen. Von dem entstandenen Sirup sollte mehrmals täglich ein EL eingenommen werden.
  • Sauer ist gesund! Auch durch Rachenspülungen mit Essig-Honig-Wasser können Sie Ihren Halsbeschwerden wirksam zu Leibe rücken. Sie mischen 5 TL Apfelessig und 2 TL Honig auf 1 Glas Wasser und gurgeln mehrmals täglich.
  • Sehr starke Halsschmerzen können auch durch das Trinken kalter Getränke, Eislutschen und mit kaltem Halswickel [nicht zu kalt – keine Eiswürfel] gelindert werden.

 

Maßnahmen bei Schnupfen und Sinusitis

  • Natürlich kann man sich bei Schnupfenbeschwerden durch die Anwendung abschwellender Nasentropfen auf einfache Weise Linderung verschaffen. Ein langfristiger Einsatz von Chemie in der Nase kann jeoch zu bleibenden Schäden an der Nasenschleimhaut führen. Ohne Risiko für ihre Nase sind Nasenspülungen mit einer Solelösung. Geben Sie ca. einen halben, nicht gehäuften Teelöffel Haushaltskochsalz oder Meersalz in 250ml lauwarmes Wasser. Von der so hergestellten Solelösung sollten Sie etwas in die Handinnenfläche geben und zweimal täglich die Flüssigkeit mehrmals in jedes Nasenloch hochziehen. Sie können an Stelle des Salzes auch Nasenspülungen mit einem gefilterten Kräuteraufguss (z.B. Salbei oder Schachtelhalm) durchführen.
  • Inhalationen fördern das Abschwellen der Schleimhäute und das Lösen des Schleims. Inhalationen können Sie ohne Inhalationsgerät z.B. mit einer Schüssel heißem Wasser durchführen, den aufsteigenden Dampf für 10-15 Minuten einatmen.

    Es bieten sich folgende Möglichkeiten:
  • Inhalationen mit Sole (2-3EL Salz auf einen Liter Wasser).
  • Inhalationen mit Kamille (1 Handvoll Kamilleblüten auf ¼ Liter Wasser).
  • Inhalationen mit Zwiebeln (1 klein geschnittene Zwiebel auf ¼ Liter Wasser).

  • Halswickel unterstützen ein Abschwellen der Nasenschleimhaut. Hierzu ein mit kaltem Wasser angefeuchtetes Tuch um den Hals wickeln. Darüber kommt ein Wollschal. Während des Tages alle ein bis zwei Stunden erneuern oder über Nacht anwenden.

 

Maßnahmen bei Heiserkeit

  • Schonen Sie ihre Stimme schon bei den ersten Anzeichen einer Heiserkeit. Flüstern Sie aber nicht!
  • Sorgen Sie immer für eine ausreichende Befeuchtung der Rachenschleimhaut, indem Sie viel trinken und z.B. Emser-Salz®-Pastillen lutschen.
  • Gurgeln Sie, wie oben angegeben, mit Salbeitee oder mit einer Solelösung.
  • Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse Thymiantee. Das hat eine reizlindernde Wirkung auf die Schleimhäute.
  • Inhalieren Sie wie angegeben Sole- oder Kamillendämpfe.
  • Sinnvoll sind auch feuchtwarme Halswickel oder ein Kaltwickel mit Quark. Die Quarkmasse sollte bis zum Trocknen belassen werden.

 

Maßnahmen bei Bronchitis

  • Inhalationen fördern auch bei einer Bronchitis das Abschwellen der Schleimhäute, sowie das Lösen von festsitzendem Schleim und können hier, wie oben angegeben, mit einer Kochsalzlösung oder mit Kamilledämpfen durchgeführt werden.
  • Auch Brustwickel vermindern die Schleimhautschwellung in den Atemwegen, lösen den zähen Schleim und wirken hustenstillend. Hierzu ein größeres Tuch mit kaltem Wasser [beim schwitzenden Patienten] bzw. heißem Wasser [beim frierenden Patienten] anfeuchten und fest um den gesamten Brustkorb wickeln, darüber ein trockenes Wolltuch legen. Mit diesem Wickel legen Sie sich 1 bis 3 Stunden ins Bett oder ruhen mit dem Wickel über Nacht. Nach Abnahme der Tücher waschen Sie den Oberkörper mit lauwarmem Wasser ab und kleiden sich warm an.
  • Temperatur ansteigende Fußbäder können besonders gut bei beginnenden oder leichten Atemwegsentzündungen angewendet werden. Sie fördern den Stoffwechsel und die Durchblutung der Atemwegsschleimhäute und verbessern dadurch die Abwehrkräfte. Vorsicht bei Krampfadern! Baden Sie die Beine bis zum Knie 10-15min in warmem Wasser. Hierbei geben Sie in Abständen immer etwas heißes Wasser hinzu, damit die Temperatur des Fußbades ansteigt. Danach die Beine kurz in kaltes Wasser tauchen. Die Beine nicht abtrocknen, sondern feucht mit warmen Strümpfen bekleiden. Mehrmals täglich wiederholen.

 

Weitere Maßnahmen

  • Heiße Bäder beleben den Stoffwechsel, regen die Durchblutung an und aktivieren das Lymphsystem. Dadurch fördern sie die körpereigene Abwehr und beschleunigen den Heilungsprozess. Sie sind nicht für bettlägerige oder schwerkranke Patienten geeignet. Bei Herz- und Kreislaufschwäche sollte vorher unbedingt Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Die Temperatur des Badewassers sollte ca. 38° C betragen und beim sitzenden Patienten über die Hüfte reichen. Sie können etwa 10 bis 15 Minuten in der Badewanne bleiben. Das Wasser sollte nicht abkühlen, füllen Sie ggf. heißes Wasser nach. Vor Beendigung des Bades lassen Sie zum Abkühlen kaltes Wasser zufließen. Nach dem Bad für einige Zeit Bettruhe einhalten. Nicht häufiger als ein- bis zweimal täglich durchführen.
  • Richtig schwitzen stärkt den Kreislauf und wirkt heilungsfördernd. Starkes Schwitzen fördert die Ausscheidung von Giftstoffen durch die Haut. Nicht geeignet ist diese Maßnahme für fiebrige Patienten; bei Herz- und Kreislaufschwäche sollte vorher unbedingt Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Auf ein trockenes Handtuch wird ein in sehr warmes Wasser getauchtes und ausgewrungenes Leinentuch gelegt. Die Tücher werden nun nacheinander um den Brustkorb gewickelt. Mit mehreren Wolldecken oder Federbetten zudecken und ca. 2 Stunden ruhen. Danach sollten Sie sich waschen und anschließend eine mehrstündige Bettruhe einhalten.
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